Schnitterfest Lughnasadh – das fünfte Jahreskreisfest (Rituale & Anleitung)
Lughnasadh – Zeit der Reife und des bewussten Schnitts: Der Hochsommer entfaltet seine volle Kraft, goldene Ähren wiegen sich im Wind, die Luft flirrt vor Wärme. Es ist die Zeit der Reife, der Dankbarkeit – und des Abschieds. Mit Lughnasadh, dem keltischen Schnitterfest, ehren wir die erste Ernte des Jahres, insbesondere das Getreide – und zugleich alles, was in uns selbst gereift ist.
Was möchte geerntet werden, was darf gehen?
Dieses Fest lädt uns ein, innezuhalten, unsere Fülle zu würdigen – und mutig einen Schnitt zu machen, um Raum für Neues zu schaffen.
Mit einfachen Ritualen, tiefer Naturverbindung und bewusster Innenschau kannst Du die transformierende Kraft von Lughnasadh in Dein Leben holen – und so Körper, Geist und Seele auf die kommenden Monate einstimmen.
Was ist Lughnasadh?
Lughnasadh (auch Lammas oder Schnitterfest) ist das fünfte Fest im keltischen Jahreskreis. Es markiert die Zeit der ersten Ernte – insbesondere der Getreideernte – und steht für Fülle, Reife und Wandlung. Die Sonne hat ihren Höhepunkt überschritten, und wir treten in die Übergangszeit zwischen Sommer und Herbst ein.
Das Fest erinnert uns daran, dass jede Fülle auch Abschied bedeutet: Vom unbeschwerten Hochsommer, von Projekten, die nicht mehr weiterwachsen – und von alten Mustern, die uns nicht mehr dienen.
Wann wird Lughnasadh gefeiert?
Lughnasadh ist ein Mondfest. Es wird traditionell um den 1. August herum gefeiert – oft in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August oder auch am achten Vollmond nach der Wintersonnenwende (Jul).
📅 Lughnasadh 2025 fällt auf den 09. August.
Was feiert man an Lughnasadh?
Lughnasadh ist das erste der drei Erntefeste (Lughnasadh/Lammas, Mabon, Samhain), man feiert die Getreideernte. Der Name “Schnitterfest” leitet sich dadurch ab, dass das Getreide abgeschnitten wird, damit es nicht durch Hitze oder Unwetter zerstört wird.
Der Name Lughnasadh bedeutet wörtlich „Zusammenkunft zu Ehren von Lugh“, dem keltischen Licht-, Ernte- und Sonnenhelden. Ihm zu Ehren wurden Spiele und Erntefeste abgehalten.
Der Begriff Lammas stammt aus dem Altenglischen („Loaf-Mass“) und verweist auf das „Brotlaibfest“ – denn das erste geerntete Getreide wurde heilig betrachtet und zu rituellem Brot verarbeitet.
In der christlichen Tradition wurde Maria Himmelfahrt am 15. August mit der Kräuterweihe verknüpft. Man sagt, dass Kräuter, die zwischen dem 15.08. und 08.09. gesammelt werden, eine besonders starke Heilkraft besitzen.
Rituale zu Lughnasadh
1 Abgrenzung üben: NEIN sagen lernen
Das Thema des Schnitterfestes ist das Abschneiden, Trennen, Abgrenzen. Sei mutig und sage NEIN, wenn Du „Nein“ sagen möchtest. Denke daran: oft bedeutet ein NEIN ein JA zu Dir selbst!
2. Projekte abschließen und Entscheidungen treffen
Die Zeit der Entscheidungen ist reif. Triff Entscheidungen, schließe Projekte ab. Erkenne Dir auch Fehler an, denn auch Fehler sind wichtig, um zu wachsen. Was kannst Du aus Deinen Fehlern für das nächste Jahr lernen?
3. Kräuter ernten und weihen
Zwischen Mitte August und Anfang September ist Kräuterzeit. Sammle heimische Kräuter wie Beifuß, Johanniskraut, Kamille, Schafgarbe oder Thymian. Binde sie zu einem Kräuterbuschen, den Du später räuchern oder segnen kannst – z. B. zu den Rauhnächten.
4. Loslassritual
Du brauchst dazu ein feuerfestes Gefäß, eine Kerze und Räucherwerk. Schreibe auf, was Du loslassen möchtest, wovon Du Dich trennen, was Du abschneiden möchtest. Verbrenne den Zettel. Schreibe auf einen anderen Zettel, was Du geerntet hast und was Du segnen möchtest und bewahre ihn auf.
Verbinde Dich mit der Natur
Gehe nach draußen und schau Dir an, was bereits gereift ist. Was ist reif und kann geerntet werden? Frage Dich auch innerlich: “Was ist in mir gereift? Was darf Vollkommenheit erlangen?”
Empfehlenswerte Bücher
Der Jahreskreis: Den Rhythmus der Natur als unsere Kraftquelle nutzen (Martina Kaiser)
Das Feuer des Herzens hüten: Mit Yoga den Pulsschlag des Lebens spüren (Shiva Rea)
Empfehlenswerte Kurse
Magst Du Lughnasadh mit mir feiern?
Feiere mit mir das Schnitterfest Lughnasadh, das erste Erntefest, mit Yin Yoga, Qigong und Meditation.
Lughnasadh, inspiriert von der Göttin Tailtiu und ihrem Archetyp der Ernährerin, markiert den Zeitpunkt der Reife. Es ist das Fest der Getreideernte – eine Zeit, um die Fülle der Natur zu feiern, die Gaben des Sommers zu ehren, sich auf den Wandel des Herbstes vorzubereiten und uns bewusst von dem zu trennen, was uns nicht mehr dient – um Platz für Neues zu schaffen.
FAQ zu Lughnasadh
Was ist Lughnasadh?
Lughnasadh (auch Lammas genannt) ist ein keltisches Jahreskreisfest, das die erste Ernte des Jahres feiert – insbesondere die Getreideernte. Es steht für Fülle, Reife, Dankbarkeit und Wandlung.
Wann wird Lughnasadh gefeiert?
Traditionell wird Lughnasadh um den 1. August gefeiert – in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August, oder am achten Vollmond nach der Wintersonnenwende. 2025 fällt dieser auf den 9. August.
Was bedeutet der Name Lughnasadh?
Der Name stammt vom keltischen Licht- und Erntegott Lugh. Lughnasadh bedeutet „Zusammenkunft mit Lugh“. Die englische Bezeichnung Lammas geht auf „Loaf Mass“ zurück – das Fest des Brotlaibs.
Welche Rituale passen zu Lughnasadh?
Typische Rituale sind:
- Loslassen durch ein Feuerritual
- Kräuter sammeln und weihen
- Grenzen setzen und NEIN sagen lernen
- Projekte abschließen & Dankbarkeit üben
- Meditation, Naturverbindung und Yin Yoga
Was hat Lughnasadh mit der Natur zu tun?
Lughnasadh ehrt die natürliche Reifezeit von Pflanzen, Feldern und Früchten – und erinnert uns daran, auch unsere innere Ernte wahrzunehmen. Es ist ein Fest der Verbundenheit mit dem Kreislauf des Lebens.
Gibt es eine Verbindung zur christlichen Tradition?
Ja – die christliche Kirche feiert am 15. August Maria Himmelfahrt. In dieser Zeit beginnt die Kräuterweihe. Man sagt, dass Kräuter, die zwischen dem 15.08. und 08.09. geerntet werden, eine besonders starke Heilkraft besitzen.